Aischylos. Interpretationen zum Verständnis seiner Theologie
Éditeur
C.H.Beck
Date de publication
Collection
Zetemata
Langue
allemand
Fiches UNIMARC
S'identifier

Aischylos. Interpretationen zum Verständnis seiner Theologie

C.H.Beck

Zetemata

AideEAN13 : 9782821846401
  • Fichier PDF, libre d'utilisation
  • Fichier EPUB, libre d'utilisation
  • Fichier Mobipocket, libre d'utilisation
  • Lecture en ligne, lecture en ligne
59.99

Bei Aischylos (525/4-456/5 v.Chr.) hat die attische Tragödie von bescheidenen
Anfängen zu ihrer Vollendung geführt. Man war gewohnt, den Dichter einen
Theologen zu nennen, von seiner Zeus-Religion zu sprechen, bis Mitte der 50er
Jahre sich das Bild mit den Angriffen der anglophonen Forschung verdüsterte.
Namentlich der Oxforder Gelehrte Hugh Lloyd-Jones hat Aischylos den Rang eines
originellen theologischen Denkers abgesprochen, und dies mit bis heute
anhaltender Wirkung. Robert Bees führt dagegen den Nachweis, daß hinter den
sechs (unbestrittenen) Dramen ein persönlicher Glaube des Dichters steht, nach
dem das Handeln des Zeus in allem gerecht ist: Symbolisiert im Wirken seiner
Tochter Dike, die zur Erde geschickt wird, um den Willen des Vaters unter den
Menschen durchzusetzen. Menschliches und göttliches Wollen, so die Überzeugung
des Aischylos, müssen in eins zusammengehen, soll auf Erden Gerechtigkeit
walten. Das Gute und Gerechte steht dem Bösen und Ungerechten gegenüber, und
es ist Zeus, der beiden Seiten das Gebührende zuweist. Unter diesen
Voraussetzungen ergeben sich neue Einsichten in alte Fragen, etwa die Opferung
Iphigenies durch Agamemnon, welche nun nicht mehr als Verbrechen erscheint,
sondern als einzig richtiges Handeln eines Feldherrn, der in göttlicher
Mission gegen Troja zieht. Daß allein die Gerechtigkeit des Zeus entscheidend
ist für das Handeln des Menschen, zeigt Bees in seiner Dramen-Interpretation,
die auch Nichtfachleuten verständlich ist, da alles Griechische in Übersetzung
vorgelegt wird. Beigegeben ist eine Interpretation des Prometheus Desmotes,
der Aischylos fälschlich zugeschrieben wurde. Bees erhärtet die von ihm
bereits 1993 begründete Unechtheit des Stückes nun von einer anderen Seite:
die Ungerechtigkeit des Zeus, die in diesem Stück allenthalben zu Tage tritt,
erscheint als bewußte Provokation eines unbekannten Autors gegen den Glauben
des Aischylos.

S'identifier pour envoyer des commentaires.